Meine Meinung zu dem Film “Die Weisse Massai”

Regie: Hermine Huntgeburth
Jahr: 2005
Laufzeit: 131
Land: Deutschland
Genre: Drama
Schauspieler: Nina Hoss, Jacky Ido, Katja Flint, Nino Prester, Janek Rieke
Der neue Film von Regisseurin Hermine Huntgeburth (“Das Trio”) mit Nina Hoss und Katja Flint.
Carola (Nina Hoss) und Stefan (Janek Rieke) sind ein Paar und machen Urlaub in Kenia. Als ihre Ferien zu Ende gehen, lernt Carola den Samburu-Krieger Lemalian (Jacky Ido) kennen. Anfangs möchte sie nur ein Foto mit ihm in traditioneller Kleidung und mit seinen Waffen machen, doch sie merkt schnell, dass sie sich von ihm angezogen fühlt und verliebt sich in ihn. Kurzerhand schickt sie ihren Freund alleine nach Hause. Nach der Begegnung mit Folgen storniert sie ihren Rückflug, bleibt in Kenia und macht sich auf die Suche nach Lemalian. Da er nicht in der Stadt wohnt, muss sie sich auf eine abenteuerliche Fahrt durch die afrikanische Wildnis gefasst machen. Auf ihrer Reise lernt sie die Deutsche Elisabeth (Katja Flint) kennen und freundet sich mit ihr an.

In Maralal trifft sie Lemalian endlich wieder. Sie folgt ihm in sein Dorf Barsaloi. Carola beschließt ein ganz neues Leben anzufangen und ihrem alten Leben in der Schweiz den Rücken zu kehren: sie will bei Lemalian bleiben und seine Frau werden. Mit unglaublicher Energie und allen Widerständen zum Trotz baut sie sich in Afrika eine neue Existenz auf und eröffnet sogar einen kleinen Lebensmittelladen. Doch was sie zuerst für die größte Liebe ihres Lebens hält, entpuppt sich als eine Gradwanderung zwischen Himmel und Hölle. Sie erlebt ein Abenteuer, dass sie an ihre menschlichen Grenzen bringt…
“Die weisse Massai” ist eine Welt-Bestsellerverfilmung von Hermine Huntgeburth. Wie in dem gleichnamigen Buch von Corinne Hofmann erzählt der Film die wahre Geschichte einer jungen Frau, die gegen alle Widerstände versucht ihrer großen Liebe in einer fremden Kultur nachzugehen. Das Abenteuer zwischen Himmel und Hölle dauerte in Wahrheit ganze vier Jahre, dem Filmteam um Regisseurin Hermine Huntgeburth und ihrer Hauptdarstellerin Nina Hoss blieben nur ganze 131 Minuten, um den Zuschauern die Geschichte näher zu bringen.

Der Zuschauer lernt das Leben zweier Menschen aus völlig verschiedenen Welten kennen. Zu einem ist da die weltoffene Großstadtlady Carola und zum anderen der in Kenia in einem Dorf aufgewachsene Lemalian, der hier vom charismatischen Jacky Ido verkörpert wird, der mit der zweiten Hauptrolle in “Die weisse Massai” sein Kinodebüt gab. Doch zunächst fragt man sich als Laie doch, was heisst ‘Massai’? Lemalian ist ein Krieger vom Samburu-Stamm, ein den Massai verwandter Stamm mit der gleichen Sprache.

Der Film wurde an Originalschauplätzen in Nairobi, Maralal und in Wamba gedreht. Die atemberaubende Kulisse Kenias im Hintergrund kommt der Authentizität der Geschichte nur zugute. “Die weisse Massai” erzählt die Story einer Frau, die zugleich von Naivität, großer Neugier und Stärke nur so trotzt. Wie sie den Alltag durchzieht, die Hitze und die ihr so unbekannten Lebensumstände meistert, ist einfach beeindruckend. Doch an manchen Situationen ist selbst sie mit ihrem Latein am Ende. Durch die völlig andere Art der Sexualität oder durch verschiedene Einzelheiten in Lemalians Tradition sind Konflikte vorprogrammiert. Wichtige Punkte in der Story sind ausserdem Lebensgewohnheiten, Mythen und soziale Beziehungen.

“Die Weisse Massai” handelt von einer Liebesgeschichte zwischen zwei Kulturen und den Bemühungen zweier Menschen aufeinander zuzugehen und von einander zu lernen. Doch beide müssen vor der Unmöglichkeit dies langfristig durchzuziehen resignieren. Ein Film mit toller Geschichte und fantastischen Bildern im ZDF-Montag-Abendfilm-Style. Ein Streifen, den man sich schon angucken kann, aber dafür nicht unbedingt ins Kino gehen muss.

Meine Meinung zu “Broken” Film

Regie: Alex Ferrari
Jahr: 2005
Laufzeit: 20
Land: USA
Genre: Thriller / Action
Schauspieler: Samantha Jane Polay, Paul Gordon, Amber Crawford, Derek Evans, Tony Gomez, Jose Luis Navas

Ein Independentfilm mit einem Mini-Budget von gerade einmal 8000 Dollar… aber einer Qualität, die an die der großen Produktionen herankommt.

Eine junge Frau erwacht aus einem vermeintlichen Albtraum. Schnell müssen die Tabletten aus der Nachttischschublade herhalten. Dann der Gang in die Küche, um jene Tabletten mit einem Schluck Milch herunter zu spülen. Den Mann, der im Dunkeln des Raumes sitzt, sieht sie nicht.

Dann geht es schnell. Die weibliche Protagonistin wird mit einem gezielten Schlag eines weiteren Eindringlings außer Gefecht gesetzt. Als sie wieder erwacht, befindet sie sich in einem Rollstuhl, gefesselt. Sie wird von der Frau durch dunkle Gänge geschoben, die sie gerade erst niedergeschlagen hat. Angekommen in einem großen Raum sieht sie sich mehreren böse blickenden Gestalten gegenüber: einem Muskelprotz, der ein schweres Eisengestell hinter sich herzieht, einem Typen, der scheinbar artistisch gut mit Handfeuerwaffen umgehen kann… und einem in eine lila Weste gekleideten, etwas älteren Mann – sehr wahrscheinlich der, der auch im schwarzen Hintergrund in der Wohnung der weiblichen Hauptfigur gesessen hat.

Was dann folgt ist ein Spiel auf Zeit. Zwar verbringt der Typ in der lila Weste einiges an kostbarer Zeit, um unter anderem über Mundharmonikas mit dem Opfer zu sprechen, doch schafft es die vermummte Gestalt, die sich dem Gebäude von außen nähert, wirklich, rechtzeitig vor Ort zu sein?
Ein großes Kompliment geht in Richtung der erzielten Bildqualität des Thrillers Broken. Bei einem so kleinen Budget von 8000 Dollar ist es schon bemerkenswert, welch ein optisch nahezu perfekter Streifen dem Zuschauer hier präsentiert wird. Dazu kommt eine optimale Ausleuchtung der Sets, so dass man erst einmal kaum einen Unterschied zu den großen Hollywood-Vorbildern erkennen kann – “Broken has all the visual potency of the likes of The Matrix and Fight Club” – FilmFocus UK.

Nun ja, die Story, die irgendwann ein wenig an Saw erinnert, haut dann aber nicht wirklich vom Hocker. Es wird zwar versucht, gegen Ende eine Überraschung einzubringen, doch dieser Versuch geht eher schief, als dass er glückt. Die erhoffte Wirkung wird nur minimal erzielt und die tatsächlich letzte Einstellung ist dann nur noch etwas, das man schon tausendfach gesehen hat.

Hervorheben sollte man durchaus die Schießerei; auch in Anbetracht des niedrigen Budgets. Da ist es dem Regisseur (und Scriptwriter) Alex Ferrari gelungen, die Action so zu inszenieren, dass sie durchweg ansehnlich ist. Merkwürdig ist nur die Inkonsequenz in Sachen Realismus, denn teilweise sind die Szenen richtig blutig, eine Sekunde später geht der erschossene Typ aber wieder völlig blutleer und ohne jedes Einschussloch zu Boden. Doch im Ganzen sind die Actionszenen äußerst sehenswert und gut gelungen.

Zu den Darstellern: nun ja, es ist nicht leicht, etwas zu den Leistungen zu sagen, da der Film nunmal nur etwa 20 Minuten dauert. Positiv aufgefallen ist aber Paul Gordon – der Typ mit der lila farbenen Weste.

Übrigens: es heißt, dass ein Hurrikan die Dreharbeiten für rund zwei Wochen unterbrochen hat.

Das Fazit ist also gespalten: super Qualität und ein Riesenlob in dieser Hinsicht, inhaltsbezogen hätte aber auch in 20 Minuten etwas mehr sein können. Das Highlight ist die Schiesserei sowie ein netter Effekt zum Ende hin.

Bewertungen in großen Filme des Jahres 2005

1. Oktoberfest

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Manchmal gibt es Filme, die nicht wirklich gelungen sind, aber trotzdem Spaß machen. Das liegt an der emotionalen Kraft des Mediums, an der Kraft, Erinnerungen zu wecken an selbst Erlebtes oder beinah-Erlebtes. Die Geschichten, die man hören möchte im Kinosaal, sie sind doch meist Verallgemeinerungen von Erfahrung, Rückgriffe auf eine Vergangenheit, die man so auch hatte oder gern gehabt hätte, Vorwegnahmen einer Zukunft, die man fürchtet oder erhofft. Dann macht es auch nichts, wenn das Drehbuch ein wenig träge, die Geschichten ein wenig lahm erzählt sind – was einem fehlt an dem Film, den man präsentiert bekommt, das ersetzt man einfach selbst. Oktoberfest von Johannes Brunner ist so ein Film – zumindest, wenn man eine emotionale Beziehung aufgebaut hat zu jenem Volksfest, das alljährlich in München Einheimische und Touristenscharen anzieht…

 

2. Das wandelnde Schloss

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Im Filmgeschäft gilt, wie überall: Wenn du nicht besser bist als die Konkurrenz, kaufe sie. So oder so ähnlich dürfte sich das auch die Marketing-Abteilung von Disney gedacht haben, als die Firma vor einigen Jahren einen Deal mit den Ghibli Studios des japanischen Animationsfilm-Genies Hayao Miyazaki einging – dessen Zeichentrickfantasien waren in Japan so erfolgreich, dass sie Disneys Trickfilmen die Existenzberechtigung zu entziehen drohten. Zunächst ging das Geschäft nur bedingt auf – in den USA startete Prinzessin Mononoke, seinerzeit der erfolgreichste Film in seinem Heimatland, mit katastrophalem Einspielergebnis. Böse Zungen behaupteten freilich bald, dass Disney die Arbeiten Miyazakis lediglich angekauft hatte, um sie dann ohne ausreichende Werbung in der Versenkung verschwinden zu lassen, um den Ring wieder freizumachen für die eigenen Produktionen. Auf Dauer ließe sich eine solche Taktik allerdings wohl kaum durchhalten – einfach zu gut und zu erfolgreich sind die Produkte der Ghibli-Studios. Allerspätestens mit Chihiros Reise ins Zauberland kam die Anerkennung auch auf breiter Ebene, der goldene Bär für Chihiro bei den Festspielen in Berlin richtete das Augenmerk von Presse und Publikum auf ein Genre, das bis dahin oft nicht als echte Konkurrenz ernst genommen wurde.

 

3. Bin Jip

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Schweigen ist ein Luxus, den sich das zeitgenössische Kino nur noch selten erlaubt. Zu viel Gewicht legt die Absenz von Dialog auf die Gesten, die Blicke, die Kameraführung, zu deutlich rückt das Können des Regisseurs und der Schauspieler in den Vordergrund. Kim Ki-Duk hat es trotzdem gewagt, und so sicher, wie er inszeniert, so großartig, wie sein Ensemble vor der Kamera agiert, muss er sich dabei auch nicht um drohendes Scheitern sorgen. Ein großartiger Film ist ihm mit Bin-Jip gelungen, ein meditativer Film, durchzogen von leisem Humor. Sein Protagonist Tae-Suk (Jae Hee) spicht nicht, nicht einmal, wenn er auf der Polizeiwache sitzt, konfrontiert mit schweren Anschuldigungen, aber auch nicht, wenn er sich verliebt hat. Wozu auch, wenn Sprache scheinbar doch immer zu Gewalt führt, während Tae-Suks Schweigen zu einer Art verkörperlichtem Pazifismus wird. Nicht, dass Tae-Suk ein durch und durch friedlicher Held wäre – man befände sich wohl nicht in einem Film von Kim Ki Duk, wenn es nicht auch hier den ein oder anderen Gewaltexzess gäbe, aber im Gegensatz zu einigen seiner früheren Helden hat Kim mit Tae-Suk eine Figur geschaffen, die sich immer mehr zurückzuziehen scheint von dem ewigen Kampf, den der Dialog bedeutet.